shop-cart

Now Reading: Phnom Penh

Phnom Penh

… gehört definitiv zu den coolsten Städten, in denen ich je war. 😀 Wir kamen mit einem Minibus von Kratie (Mekong) um die Mittagszeit in der Hauptstadt Kambodschas an und die quirrlige, bunte und chaotische Atmosphäre der Stadt hat mich sofort angesteckt. Da die Stadt nur knappe zwei Millionen Einwohner hat, ist das Stadtzentrum weitgehend übersichtlich (zumindest im Vergleich zu Bankok 😉 ) und wir haben die meisten Strecken mit geliehenen Fahrrädern zurückgelegt. Die Hauptverkehrsstraßen sind so irre chaotisch und voll, dass man sich zweimal überlegen muss, ob man mit einen Fahrrad oder Moto unterwegs sein will. Ich habe es aber keine Sekunde bereut mich einfach ins Getümmel zu stürzen. Es macht irre Spaß! 😀Zu sehen gibt es in Phnom Penh natürlich auch einiges. Wir waren relativ unmotiviert alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern und sind einfach durch die Stadt gefahren, haben mal einen Wot angeschaut, wenn wir an einem vorbeikamen (z.B. Phnom Wot, da leben Affen!) und sind auf Märkte gegangen. Doch für eins haben wir uns wirklich Zeit genommen: Für die kambodachenische Geschichte, genauer gesagt, für die kommunistische Schreckensherrschaft der Roten Khmer Ende der siebziger Jahre. Innerhalb von vier Jahren kam unter dem Regime ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung auf grausamste Weise um und das Land wurde fast zugrunde gerichtet. In Phnom Penh gibt es zwei größe Gedenkstetten, einmal das Foltergefängnis Tuol-Sleng, das heute zu einem Genozid-Museum umfunktioniert wurde und die etwas außerhalb der Stadt gelegenen Killing Fields.

Kambodscha muss das Traumata des Völkermords noch verarbeiten, in Deutschland erinnert sich fast niemand mehr daran, die meisten wissen nicht einmal etwas davon. Um so wichtiger war es für mich, mich mit dem Genozid, der in einen Reihe mit der Holocaust der NS-Zeit oder dem Völkermord in Ruanda steht, auseinanderzusetzen. Ich war entsetzt über mein eigenes Unwissen (und die Lücken in unserem Bildungssystem) und habe beide Orte besucht. Tuol-Sleng und die Killings Fields sind Gedankstette und Mahnmahl zugleich, um dem Besucher ins Bewusstsein zu rufen, dass so etwas nie wieder passieren darf!

Tuol-Sleng

Das damals zu einem Gefängnis umfunktionierte Schulgebäude befindet sich in der Innenstadt Phnom Penhs . Ich würde für einen Besuch auf jeden Fall genug Zeit einplanen, da es unzählige Räume und Geschichten gibt, die es wert sind, sich damit auseinander zu setzen. Ich glaube, ich war insgesamt drei bis dreieinhalb Stunden auf dem Gelände und habe mir die Geschichten Überlebender des Genozids und Berichte zu den Zuständen im Gefängnis durchgelesen und es hat mich wirklich mitgenommen. Die Stimmung ist ähnlich wie in einem KZ. Und sobald man die Tore verlässt und wieder auf der bunten, chaotischen Straße steht, kann man fast nicht glauben, was hinter diesen Mauern passiert ist.

Killing Fields

Die Killings Fields außerhalb von Phnom Penh sind nur eines von unzähligen Massengräbern in ganz Kambodscha, wurden jedoch aufgrund der Nähe zu der Hauptstadt zu einer Gedankstette gestaltet. Man nimmt sich am besten einen TukTuk Fahrer, der einen direkt zu den Killing Fields an den Rand der Stadt fährt. Dort zahlt man ein paar Dollar Eintritt und kann für einen kleinen Aufpreis noch ein Audiogerät bekommen. Es lohnt sich wirklich mit diesem Audioführer den Rundgang durch die Killing Fields zu machen, die Infos sind super interessant!

Die Killing Fields sind ein stiller Ort. Es gibt mehrere ausgehobene Massengräber und eine Stupa im Zentrum des Geländes, in der Schädel und Knochen der Toten sotiert und obduziert aufgeschichtet sind. Ein kleines Museum zu der Terrorherrschaft der Roten Khmer ist am Rand des Geländes gebaut worden. Es scheint ein Ort zu sein, an dem die Toten nicht zur Ruhe kommen,  immer wieder treten Knochen oder Kleidungstücke an die Oberfläche.

Ich war nach dem Besuchen bei den Killing Fields und in Tuol Sleng sehr bedrückt, aber ich habe beide Besichtigungen als absolut notwendig angesehen. Ich bin der Meinung, dass man sich mit diesem Teil der Geschichte auf jeden Fall auseinander setzen sollte- In Gedenken an die 2 Millionen Opfer dieser Zeit.

Warst du auch schon in Phnom Penh und hast die Gedenkstetten besucht? Was waren deine Eindrücke?



Bookmark this article

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

0 People Replies to “Phnom Penh”