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Unbekannt und doch so wunderbar: Iringa

Eigentlich wollte ich von Dar Es Salaam aus den Zug nach Sambia nehmen. Ich dackelte also zum Bahnhof, um mir ein Ticket zu kaufen und was stellte sich heraus? Alle Tickets waren bereits mit über einer Woche Vorlauf ausverkauft. Dumm gelaufen. Zuerst war ich ein bisschen enttäuscht, weil der Gedanke drei Tage entspannt in einem Zug zu fahren schon ziemlich verlockend war, aber im Nachhinein betrachtet hat das Schicksal eine gute Entscheidung getroffen.

Gemeinsam mit den anderen machte ich mich mit dem Bus ins Landesinnere auf. Wir stoppten für eine Nacht in Morogoyo, einer kleinen Stadt drei Stunden westlich von Dar. Da es dort aber nichts Besonderes etwas zu sehen gab, machten wir uns am nächsten Tag nach Iringa auf, der nächst größeren Stadt auf dem Weg zur sambischen Grenze.

Als wir in Iringa ankamen und durch die Stadt liefen, um eine Unterkunft zu finden, hatten wir ein wunderbares Parorama auf das umliegende südliche Hochland: Iringa liegt auf knapp 1800 Metern! Dementsprechend kalt wurde es abends: Als die Sonne am untergehen war, hatte ich schon zwei Pullis und einen Schal an.

DSCN1086In der Umgebung von Iringa gibt es einige Ausflugsziele und wir entschieden uns ganz Touri-mäßig für einen Tag einen Guide zu nehmen. Morgens frühstückten wir in einem sehr schönen Café, das von Behinderten geleitet wird und an einen Shop angegliedert ist, der deren Handarbeiten verkauft. Nachdem wir nach dem Frühstück in dem Shop hängen geblieben waren, machten wir uns erst gegen Mittag mit unserem Guide auf den Weg.

Zuerst wollten wir uns einen Canyon anschauen,

der ein paar Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Wir verließen die Stadt mit einem Minibus auf der Straße Richtung Mbeya und wurden irgendwo an der Straße an einer winzigen Ortschaft rausgeschmissen. Alleine die Tatsache, dass die Kinder nicht völlig ausrasteten und “Muzungo”-schreiend hinter uns herliefen, ließ vermuten, dass hier tatsächlich ein touristisches Ausflugsziel war- ein Schild o.Ä. gab es nirgends.

P1070646Zunächst liefen wir zu einem kleinen Museum, in dem jahrtausendealte Waffen und Steinwerkzeuge ausgestellt waren, die in der Gegend gefunden wurden. Danach machten wir uns auf zu dem Canyon und es war so großartig, omg!! Wir liefen durch die trockene Landschaft und dann tat sich vor uns ein Tal auf, aus dem rote Gesteinssäulen und Formationen ragten.

Den Canyon selbst kann man locker in zwanzig Minuten durchlaufen, aber wir waren so beeindruckt und damit beschäftigt Bilder zu machen, dass wir weit über eine Stunde gebraucht haben. Die Bilder geben euch einen Eindruck, aber man muss es einfach selbst gesehen und erlebt haben. Weichere Gesteinsschichten hatten sich über Jahrtausende abgesenkt um bizarre und einzigartige Gesteinsformen und Felssäulen hinterlassen.

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Danach machten wir uns auf den Weg zurück in die Stadt,

wir wollten uns noch die Felsmalereien von bei Iringa anschauen, bevor es dunkel wurde. Wieder in Iringa angekommen, stiegen wir in einen neuen Dalla-Dalla und verließen die Stadt in die andere Richtung.

P1070676Auch die Felsmalereien hätten wir ohne unseren Guide niemals gefunden, auch diese waren, genauso wie der Canyon, nicht ausgeschildert. Der Weg führt uns auf einem Hügel, vom dem wir einen wunderbaren Blick über die Landschaft hatten.  Die Malereien selbst befanden sich auf einem riesigen Felsbrocken, der auf dem Hügel thronte. Niemand weiß so ganz genau, wie alt diese Malereien sind oder welchen Zweck sie erfüllten, aber vermutlich lagen sie auf einer Wanderroute, die quer durch das heutige Tansania führte. Man geht davon aus, dass sie neu ankommenden Wanderen mitteilen sollten, welche Tiere hier unter anderm am besten gejagt werden können.

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Die Darstellung eines Elefanten

Eigentlich wollten wir danach…

noch zu dem “Speaking Stone”, einem Felsen, von dem man abends einen wunderschönen Ausblick über die Stadt haben soll. Wir hatten aber so viel Zeit in dem Canyon und bei den Felsmalereien verbracht, dass es dafür dann leider schon zu spät war. Wenn man aber schon morgens startet, kann man alle drei Orte ohne Stress an einem Tag miteinander kombinieren.

Iringa war für mich…

persönlich einer der schönsten Stopps auf meiner Reise. Dabei haben mich nicht nur die Ziele in der Umgebung überzeugt, sondern auch die Stadt selbst. Man findet dort ein Stück Tansania, das für Reisende viel bietet und trotzdem so untouristisch ist, wie man es sich nur wünschen kann.

Iringa ist auch Ausgangspunkt für den Ruaha Nationalpark, den größten Nationalark Tansanias mit angeblich 12.000 Elefanten. Da sich der großteil der Touristen im Norden des Landes aufhält, um den Kilimanjaro zu besteigen oder sich die Nationalparks im Norden anzuschauen, ist der Süden sehr untouristisch und bietet damit eine ganz andere Möglichkeit das Land kennnen zu lernen.

Viel Spaß beim Entdecken!


Du willst auch das südliche Afrika auf eigene Faust entdecken? In den folgenden beiden Beiträgen habe ich praktische Reisetipps zusammengestellt:

Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps I

Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps II

 

 



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2 People Replies to “Unbekannt und doch so wunderbar: Iringa”

  1. sven

    Hejhej!
    Wollte dir nur mal sagen, dass ich deinen Blog ziemlich cool finde!
    In Iringa war ich damals auch, war unsre Ausgangsstation für den Ruaha-Nationalpark. Das war echt super: wir waren so ziemlich die einzigen im gesamten Park und hatten alle Elefanten für uns allein 😉

    1. Hey Sven,
      vielen Dank für dieses dicke Kompliment! 🙂
      Den Ruaha- Nationalpark kennt tatsächlich fast niemand, der Süden Tansanias ist ja allgemein sehr untouristisch. Wir waren leider auch nicht dort, aber Iringa selbst hat sich schon mehr als gelohnt!
      Liebe Grüße nach Schweden 🙂