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Die Garden Route- Ein Klassiker

Vermutlich habe ich während meines ganzen Südafrikaaufenthaltes nicht eine einzige Person getroffen, die nicht schon auf der Garden Route unterwegs gewesen ist oder die Reise schon fest geplant hatte- Und dabei spreche ich sowohl von anderen Internationals, als auch von Locals, die ich kennen gelernt habe. Bekanntlich ist ja Quantität nicht gleich Qualität, aber die Vielfalt an Möglichkeiten, die dieser Küstenabschnitt bietet ist so bunt, das sie jeden überzeugt: Bunjee-Springen, Canyoning, Whale-Watching, Skydiving, Shark Diving, Wandern, Surfen, diverse kleinere Nationalparks und Tiersanctuaries, Luxushotels bis hin zu günstigen Backpackers und eine abwechslungsreiche Landschaft- man findet an der südlichsten Küste des Kontinents eine Aktivitätenvielfalt wie in Neuseeland. Und damit wäre auch die Frage geklärt, warum niemand einen Bogen um diese berühmte Küstenstraße macht.

Fährt man entlang der Garten Route erstrecken sich unterschiedlichste und gleichzeitig überraschende Landschaften links und rechts der Straße. Die Strände IMG_18020sind lang und weiß, Buchten und Seen ziehen sich an der Küste entlang, große Abschnitte sind umrahmt von üppigen Nadelwäldern. Das Bild, das sich uns als Reisenden bot war immer wieder neu und erstaunlich und erinnerte uns in jedem Moment, in dem wir das Gefühl hatten, durch Finnland anstatt durch Südafrika zu fahren, daran unsere Vorstellung zu revidieren.

 

An Möglichkeiten mangelte es definitiv nicht, sodass wir an manchen Stellen vor der Qual der Wahl standen und letztlich viele gute Entscheidungen trafen.

IMG_161000Unsere Reise begann und endete in Kapstadt und der Plan war, die Garden Route “von hinten” aufzurollen, sprich, zuerst durchs Landesinnere zu fahren, um dann auf der Höhe von George auf die  Garden Route zu treffen, um dann Richtung Kapstadt die Küste abzuklappern.

Nachdem wir erst einmal ein paar hundert Kilometer auf gut ausgebauten Landstraßen durchs Landesinnern gefahren waren, befand sich unser erster Stopp in Oudtshoorn, einer Kleinstadt, die durch ihre Straußenzucht bekannt geworden ist. Besichtigen kann man dort- richtig geraten- Straßenfarmen. So ein Ausflug zu einer Farm umfasst alles, was mit den Vögeln zu tun hat: Straußen-Beobachtung, Straußen-Reiten, Straußen-Küssen, Strauß essen. Im Stillen hofft man, dass das ganze Programm den Tieren tatsächlich so gleichgültig ist, wie die Leiterin des Rundgangs es einem versichert. Wissen werden wir es nie, vor allem nicht, nachdem der Strauß in Form von Sandwich auf unserem Tisch gelandet und in unserem Hals verschwunden ist. Das IMG_1641Fleisch schmeckt gut, dass muss man den Tieren lassen. Und es ist gesund, viel gesunder als Rinderfleisch, aufgrund des geringeren Fettanteils. Nur eine von vielen nützlichen und interessanten Informationen auf der fast einstündigen Führung durch das Vorführungsgelände, das Produkt Strauß in diversen Gehegen, einen immer von oben herab beobachtend.

Ein weiteres Highland von Oudtshoorn ist die Tropfsteinhöhle, die sich einige Kilometer nördlich der Stadt befindet. Ein Rundgang durch diese Höhle erinnert einen daran, wie bizarr und wunderschön die Natur und ihr Schaffen ist. Die Gruppe stand in diesem riesigen Hohlraum im Berg, während die Führerin über die Stalaktiten und Stalakniten in Zeiträumen sprach, die uns noch kleiner, noch unbedeutender wirken ließen, als die Räumlichkeit es sowieso schon tat;

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Wir standen und staunten, unser Ego deformiert durch Zeit und Raum. Insgesamt haben wir uns fünf verschiedene Kammern angeschaut, von denen jede kleine (und große) Wunder geschaffen hat. Insgesamt ist es eine wunderschöne Höhle und nebenbei die größte in ganz Südafrika- Die Besichtigung hat sich also auf jeden Fall gelohnt.

Von Oudtshoorn aus führte eine Straße direkt Richtung Küste, um dann bei George auf die Garden Route zu treffen. Unser “Basecamp” für die nächsten zwei Nächte war Knysa (s.Titelbild), eine Kleinstadt östlich von George, von der aus sehr viele Aktivitäten mit dem Auto problemlos zu erreichen sind.

Eine wirkliche Überraschung war die “Snake IMG_17090Sanctuary”, gerade einmal durch nur ein einziges Schild auf nur einer Straßenseite gekennzeichnet und damit leicht zu übersehen, sind auch wir mehrere Male daran vorbeigefahren, um dann immer wieder eine Einfahrt zum Wenden zu suchen. Die Snake Sanctuary beherbergt Schlagen aus der ganzen Welt, wenn auch vorwiegend vom afrikanischen Kontinent. In einer sehr interessanten Führung  lernten wir u.a. verschiedene Schlangen zu unterscheiden, die Wirkungsweise von unterschiedlichen Schlangengiften wurde uns erklärt und wir durften die (ungiftigen) Schlagen außerhalb des Käfigs anfassen. Zusätzlich zu diversen Schlangen, konnten wir dort auch noch andere Reptilien beobachten. Insgesamt ein ganz tolles Erlebnis.

Ganz in der Nähe der Snake Sanctuary befindet sich der höchste und günstigste Bungee Jump der Welt- von einer Brücke. Der Zusatz ist wichtig, weil es tatsächlich irgendwo auf dieser Welt Bunjee Jumps von Hochhäusern gibt, die noch höher sind. Bei einer Höhe von 216 Metern kommt es allerdings auf 20 Meter mehr oder weniger auch nicht an- vermute ich zumindest. Gesprungen bin ich natürlich, genauso wie an den Victoriafällen, nicht. Spannend zuzuschauen war es trotzdem. Man darf kostenlos auf eine Aussichtsplattform von der man einen guten Blick auf die Brücke hat, die nebenbei als ein Abschnitt der Garden Route eine Schlucht überbrückt. Bis auf den Grund der Schlucht kann man weder von der Aussichtsplattform schauen, noch von der Straße, dafür ist sie zu tief. Vermutlich muss man dann schon auf die eigentliche Bunjee Plattform unter der Brücke, was bedeutet, dass man entweder dort arbeitet oder springt. Sooo wichtig war es mir dann auch nicht den Fluss zu sehen, der sich durch die Schlucht schlängelt.

IMG_18150Bereits außerhalb der Garden Route und trotzdem eines der Ziele, die sich einfach anbieten, wenn man von der berühmten Küstenstraße zurück nach Kapstadt möchte: Hermanus. Die Stadt ist berühmt geworden durch die Wale, die jedes Jahr an ihrer Küste vorbeiziehen. Wale sind grundsätzlich in Südafrika nichts Überraschendes, in Hermanus gibt es jedoch die Besonderheit, dass man zum Beobachten der Tiere nicht mit einem Boot aufs Meer fahren muss, sondern die Wale vom Festland aus sehen kann. Die Wale kommen bis Ende November an dem Küstenstreifen vorbei- wir waren in der zweiten Dezemberwoche dort und es ist wirklich ein Phänomen, wie die Natur ihr Uhr stellt, wir mussten einsehen, dass die erhofften Nachzügler ausblieben. Die Stadt und die Küste selbst laden trotzdem zu mindestens  IMG_18690einer Übernachtung ein, gegessen haben wir abends in einem wunderschönen Restaurant mit Blick über Meer und Küste, übernachtet in einer Lodge, die keine Wünsche offen ließ. Unsere Lodge lag außerhalb des Zentrums und man konnte entlang eines wunderbare Küstenwegs in die Innenstadt laufen und dabei den Blick über den rauen Ozean streifen lassen und  – wenn es denn welche gibt- Wale beobachten.

Die Südküste Südafrikas hat eine unglaubliche Vielfalt zu bieten, an der wir, in den paar Tagen, nur gekratzt haben. Die hier vorgestellten Stopps sind nur wenige Punkte, auf einer langen Liste. Die Garden Route ist nicht umsonst für alle Südafrikareisenden ein Klassiker.



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2 People Replies to “Die Garden Route- Ein Klassiker”

  1. Die Garden Route ist noch bei mir auf meiner Wunschliste und Kapstadt, aber leider klappt es auch dieses Jahr nicht
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Hallo Andrea,
      Kapstadt und die Garden Route waren wirklich einzigartig, Südafrika ist auf jeden Fall eine Reise wert. Vielleicht klappt es dann bei dir nächstes Jahr, es läuft ja nicht weg 🙂
      Liebe Grüße
      Chrissy