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Ein legendenumwogenes Fleckchen Erde: Das Kap der Guten Hoffnung

Ein legendenumwogenes Fleckchen Erde: Das Kap der Guten Hoffnung


Es ist ein Ort, der von Europa aus unendlich weit weg erscheint, irgendwo ganz da unten im Süden. So weit südlich, dass dort schon wieder Pinguine leben, fast als würde die Antarktis daran stoßen. Liest man Geschichten von Seefahrern, so war dieser Teil der Strecke der gefürchteste, der, an die meisten Fahrten scheiterten, aufgrund der extremen Wetterbedingungen. Die Rede ist vom Kap der Guten Hoffnung, dem “südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontients”, so wie es mitterweile eine Tafel am Kap verkündet.

Kaum zu glauben, aber das Kap der Guten Hoffung ist nicht der südlichste Punkt des Kontinents, auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Tatsächlich ist der wahre südlichste Punkt Cape Angulias, ein Fleckchen Land, das die wenigsten weder kennen, noch für besichtigungswürdig erachten. So ist es vordergründig nicht die  geografische Lage, die das Kap der Guten Hoffnung zu einem Must-See für viele Südafrikareisenden macht, P10708540sondern die Geschichten, die damit verbunden sind. Die Umrundung des Kaps stellte früher für die Seefahrer eine lebensbedrohliche Herausforderung da, denn, und diese Tatsache stimmt tatsächlich, am Kap der Guten Hoffnung der kalte Atlantik und warme Indische Ozean aufeinander treffen. Steht man an der Küste, spürt man die Gewalt der Natur: Der Wind ist kalt, die Felsen schroff und überzogen von einer einzigartigen Flora, die aufgrund des Tafelbergs, der eine natürliche Barriere darstellt, das Kap nie verlassen hat. Die Wetterschwankungen und die Stürme in Kapstadt selbst sind den Wechselwirkungen zwischen den Ozeanen zuzuschreiben.

Als ich das erste Mal am Kap stand, war es kalt und rau und es fühlte sich an, als wäre ich hoch oben im Norden. Mit Mütze, Schal und Fleecejacke blickte ich Richtung Süden, vor mir die beiden Ozeane und kein Land mehr bis zu den ewigen Eismassen der Antarktis. Das Kap der Guten Hoffung ist ein wunderschöner Ort. Möglicherweise muss man dort gewesen sein, um seine Schönheit tatsächlich zu begreifen. Trotz der vielen Touristen die jeden Tag kommen, wirkt die Natur so unbeeindruckt, wie als hätte noch nie ein Mensch das Kap betreten. Und tatsächlich beschränken sich die meisten Besucher auf Cape Point, die Landzunge mit einem kleinen Leuchtturm (s. Bild) und das eigentliche Kap der Guten Hoffnung. Der “Cape of Good Hope National Park”,  IMG_19490zu dem das Kap gehört, umfasst jedoch einen viel größeren Bereich, es gibt ausgeschriebene Routen auf denen man beispielsweise mehrere Tage wandern gehen kann. Zwischen dem Kap der Guten Hoffung und Cape Point liegt in einer Bucht ein Strand, gut sichtbar und in wenigen Minuten von dem zentralen Parkplatz erreichbar und doch so menschenleer, als wäre er für alle Besucher unsichtbar. Der Weg war nicht ausgeschildert, aber leicht zu finden, eine steile Treppe führte schließlich herunter zum Strand. Ich saß auf schroffen Felsen, umgeben von steilen Klippen und beobachtete einen einzigen Seehund in den meterhohen Wellen, die auf den Strand schwappten. Außer mir war nur noch ein Pärchen an dem Strand, sie hatten ihren Sonnenschirm in den weißen Sand gesteckt, den man auch an einem Südseestrand hätte finden können.

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Weg zum Cape Point

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Blick auf das Kap der Guten Hoffnung



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