shop-cart

Now Reading: Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps II

Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps II

Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps II


Dies ist der zweite Teil meiner “persönlichen Reisetipps zum Reisen im südlichen Afrika.” Im vorherigen Beitrag (hier) habe ich Informationen zum Packen, den Kosten und Unterkünften zusammengestellt, in diesem Beitrag geht es um Sicherheit, Überlandreisen und Grenzübergänge. Ich hoffe, die Informationen helfen dir weiter. Viel Spaß beim Lesen und der Reiseplanung 🙂

Sicherheit

Die Sicherheitslage in allen Ländern des südlichen Afrikas ist gut. Die Länder sind politisch stabil, haben keine Grenzkonflikte und die Kriminalität ist relativ niedrig. Die einzige Ausnahme ist Südafrika: Viele Regionen haben eine hohe Kriminalitätsrate und man muss mit bewaffneten Überfällen rechnen.

Ingesamt sollte man einige Verhaltensregeln einhalten:

  • Nicht offensichtlich mit Wertgegenständen herumlaufen.
  • Nach Sonnenuntergang gar nicht mehr oder nur in einer Gruppe draußen herumlaufen.
  • Ab einer bestimmten Uhrzeit keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutzen.
  • Sich informieren, welche Stadtviertel sicher sind und welche nicht.
  • An Busbahnhöfen ist besondere Vorsicht geboten, vor allem in der Dunkelheit. Wenn man Nachts ankommt, sollte man im Bus sitzen bleiben, bis es hell wird.

Wenn man sich an die Regeln hält, sind die Länder wirklich sicher. Südafrika ist sicherheitstechnisch eine Ausnahme- Es ist das einzige Land, in dem man wirklich etwas zu befürchten hat. Auch die Sicherheit für Frauen ist insgesamt gut. Sinnvolle Reiseinformationen bietet immer das Auswärtige Amt.

 

ÜBerlandReisen

Überlandfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind weitesgehend unproblematisch, günstig und flexibel- mit anderen Worten: Eine sehr gute Art zu reisen 😉 Aber auch Reisen mit einem gemieteten Wagen stellen in der Regel eine relativ günstige und flexible Option da. Der Nachteil ist, dass man nicht so nah an Land und Leuten reist.

Tansania

In jeder Stadt gibt es Busbahnhöfe, die man zu Fuß oder mit einem innerstädtishen Bus gut erreichen kann. Busse fahren den ganzen Tag, man muss also nicht unmenschlich früh aufstehen, um die gewünschte Verbindung zu erwischen. Gereist wird überwiegend in großen Reisebussen (s. Titelbild), Minibusse habe ich gar nicht gesehen. Der Zustand der Reisebusse schwankt zwischen okay und schlimm, dementsprechend kann die Fahrt unterschiedlich anstrengend werden 😉 Preise für die unterschiedlichen Verbindungen sind bei einigen Busbahnhöfen auf offizellen Tafeln angegeben- gerade deswegen gilt es sich an den Schaltern nicht abzocken zu lassen. Es hilft auch immer Preise zu vergleichen- Unter den verschiedenen Ticketschaltern, als auch im Vergleich zu anderen Strecken. Dabei gilt ein simples Prinzip: Längere Strecke, höherer Preis.

P10706790

Am Busbahnhof in Iringa

Sehr beliebt unter Reisenden ist auch der Tazara, ein Zug, der von Dar Es Salaam über das zentrale/südliche Tansania bis nach Sambia fährt. Der Zug fährt allerdings nur zweimal die Woche, es gibt regelmäßig Ausfälle/Verspätungen und er ist langsamer als die Busse, die dieselbe Strecke fahren. Trotzdem bietet er eine sehr schöne und beliebte Alternative 🙂

Sambia

In Sambia kann man sowohl in großen Reisebussen als auch in Minibussen reisen. Für die beiden “Busarten” gibt es getrennte Busbahnhöfe. Die Unternehmen der großen Busse haben ihre Verkaufsschalter direkt am Busbahnhof und es gibt offzielle Preislisten. Man bekommt also einen fairen Preis. Genauso wie in Tansania muss man für die großen Busse nicht früh am morgen an den Busbahnhöfen sein, manche Routen werden fast im Stundentakt bedient (z.B. Lusaka-Livingstone). Wer weite und länderübergreifende Strecken fahren will, kann schon in Sambia auf das südafrikanische Busunternehmen “Intercape” zurückgreifen.

Auch in Sambia bietet es sich an den Tazara zu nehmen, der von der tansanisch- sambischen Grenze bis in die Provinz vor Lusaka fährt. Vor kurzen habe ich erst einen Bericht über einen neu in Betrieb genommen Zug gelesen, der zwischen Lusaka und Livingstone verkehrt. Da der Zug über Nacht fährt, sollen Schlafabteile angeblich mit inbegriffen sein. Selbst ausprobieren konnte ich es leider jedoch nicht 😉

Namibia

Namibia ist ein menschenleeres Land. Aus diesen Gründen ist der öffentliche Überlandverkehr eher spärlich gesäht. Ich selbst bin in Namibia nur mit einem PKW gereist und auf den über tausend Kilometern, die ich in diesem Land zurückgelegt habe, ist mir nicht ein öffentlicher Überlandbus begegnet. Ich habe jedoch Reisende getroffen, die sich mit Minibussen in Namibia bewegt haben und es gibt auch Busbahnhöfe. Man muss sich angeblich aber auf relativ lange Wartezeiten einstellen, da es eine Weile dauert, den Bus voll ist. Es ist aber anscheinend möglich. Eine sehr angenehme und weit verbreitete Alternative bietet ein eigener Mietwagen.

südafrika

Der absolute Renner unter Backpackern ist der sogenannte “Baz Bus”. Das Konzept ist ganz ähnlich wie das von innerstädtischen Minibussen: Es wird eine Route abgefahren und du kannst ein- und aussteigen wo du willst. Tickets sind über einen flexiblen Zeitraum buchbar und in fast jedem Hostel erhältlich. Allerdings ist der Baz Bus auch nicht ganz günstig: Ein Ticket kann locker über 200 Euro kosten, natürlich immer in Abhängigkeit von Strecke und Länge. Ehrlich gesagt, wäre das mir persönlich zu teuer. Auch in Südafrika verkehren die normalen Minibusse und selbst mit einem selbstgemieteten Auto ist man günstiger dran (vor allem wenn man es sich teilt). Der Baz Bus ist halt bei vielen sehr beliebt, weil man einfach andere Backpacker kennen lernt und es eine sichere Reisemethode ist. Dafür sind dann die meisten bereit, mehr zu zahlen.

IMG_17050

Minibus auf der Garden Route

Alternativ kann man innerhalb von Südafrika auch mit dem Zug reisen. Es gibt mehrere Linien, die die großen Städte des Landes miteinander verbinden (z.B. Kapstadt-Johannesburg).

 

Grenzübergänge

Grenzübergänge haben immer ihre Tücken. Wichtig ist es, sich im Voraus  über Grenzorte und Visumsgebühren zu informieren. Du solltest immer genug Dollar mitführen, um möglicherweise ein Taxi oder Bus bis zur nächsten Ortschaft mit ATM bezahlen hinter der Grenze  zu können. Direkt an den Grenzen befinden sich jedoch auch häufig Bankfilianen oder Wechselstuben (mit hohen Wechselkursen).

Meine persönlichen Grenzerfahrungen:

Tansania- Sambia:

Von Mbeya (Tansania) gibt es Anschlussbusse nach Tunduma, der Grenzort an der tansanisch-sambischen Grenze. Der Busbahnhof befindet sich ein Stückchen vom Grenzposten entfernt, der dadurch nicht ganz einfach zu finden ist. Man muss fast einen Kilometer die Straße, von der man im dem Bus gekommen ist, zurücklaufen, bis man eine T-Kreuzung erreicht. Rechts führt der Weg zum Grenzposten, der ein bisschen wie eine Fabrik- oder Lagerhalle aussieht. Die Grenzüberquerung ansich war bei mir völlig unproblematisch. Auf der sambischen Seite muss man ein Stück der Straße folgen, auf der linken Seite befindet sich dann ein Busbahnhof mit Verbindungen bis nach Lusaka und diversen anderen Zielen.

Sambia- Namibia:

Die Grenze befindet sich in dem Vierländereck zwischen Sambia-Namibia-Botswana und Simbabwe bei Kazungula. Von Livingstone aus kann man mit Minibussen bis in den Grenzort fahren, sich ein Taxi bis an die Grenze nehmen und dann zu Fuß die Grenze überqueren. Ich selbst habe die Grenze mit einem Intercapebus überquert und abgesehen davon, dass wir unsere Koffer öffnen mussten, gab es keine Komplikationen. Das Visum ist kostenlos für Deutsche.

Namibia-Südafrika:

Dieser Grenzübergang ist extrem tricky. Es gibt nämlich keine Grenzstadt, die man mit einem Bus erreichen kann, um dann mit einem Taxi oder zu Fuß die Grenze zu überqueren. Zu beiden Seiten der Grenze ist zwischen Keetmanskoop (Namibia) und Springbock (Südafrika) hunderte von Kilometern absolut nichts. Direkt an der Grenze gibt es eine Tankstelle und eine kleine Häuseransammlung. Das wars auch schon.

Ich selbst bin von Windhoek bis nach Kapstadt getrampt und habe dadurch mit einem Privat-PKW die Grenze passiert. Der Übergang war überhaupt kein Problem, man bekommt als deutscher Staatsbürger kostenlos einen Stempel, der einen dreimonatigen Aufenthalt in Südafrika erlaubt.

Alternativ gibt es angeblich einen Minibus, der von Windhoek bis nach Südafrika durchfährt. Den Tipp habe ich von einem Local bekommen, der meinte, er sei selbst schon damit gefahren. Leider kann ich weiter nichts dazu sagen, da ich getrampt bin. Es scheint diese Verbindung aber zu geben. Bedient wird die Strecke auch von den Intercapebussen. Die Busse sind relativ sicher (den einzigen Unfall auf meiner ganzen Reise hätte ich beinahe mit Intercapebus erlebt -.-), komfortabel und verhältnismäßig ehr teuer (Windhoek- Kapstadt: ~ 50 Euro).

weitere Grenzen:

Tansania- Mosambique:

Direkt an der Grenze verläuft ein Fluss, der überquert werden muss. Da man von den Fährleuten abhängig ist, wird man angeblich bis aufs Hemd abgezockt und es kann zu Schwierigkeiten kommen. Rein politisch ist die Grenze jedoch nicht problematisch. Ich persönlich habe mich aber aus diesen Gründen gegen meine ursprüngliche Route über Mosambique entschieden. Habe auch danach nichts Gutes gehört.

Wer noch nähere Informationen bzw. einen persönlichen – und auch eher positiven- Erfahrungsbericht dazu lesen möchte sei auf Dominiks Link in den Kommentaren verwiesen. 😉

Simbabwe- Südafrika:

Zwischen den beiden Ländern gibt es nur einen einzigen Grenzübergang bei Musina, der angeblich ein ziemlich krimielles und nicht ungefährliches Pflaster ist. Man sollte bei dem Grenzübergang auf jeden Fall vorsichtig sein.

Sambia- Simbabwe:

Der Grenzübergang an den Victoriafällen zwischen den beiden Ländern wird jeden Tag von hunderten Touristen passiert, die die Victoriafällle von beiden Seiten sehen wollen. Man überquert die Grenze zu Fuß über eine Brücke. Es sollte zu keinen Problemen kommen.

 

Neben diesem Beitrag gibt es noch einen weiteren Artikel Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps I, der sich mit Packen, Reisekosten und Unterkünften beschäftigt. Ich freue mich, wenn ich beim planen, orientieren und informieren helfen kann 🙂



Bookmark this article

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 People Replies to “Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps II”

  1. Hallo Chrissy,
    wenn du mehr über den Grenzübergang von Tansania nach Mosambik wissen willst, darfst du gerne meinen Artikel lesen. Es war einfacher als gedacht, abenteuerlicher als erwartet 🙂

    http://www.followtheshadow.de/mosambik-grenze-zum-abenteuer/

    1. Hallo Dominik,
      vielen Dank für den ergänzenden Link, ich werde ihn im Beitrag oben explizit noch mal erwähnen, damit die, die da
      nach Informationen suchen, diese auch finden 😉 Freut mich zu hören, dass du keine Probleme an der Grenze hattest! Ich habe leider wirklich nichts Gutes gehört, aber vermutlich kann man einfach Glück oder Pech haben :-/ Dein Beitrag zeigt aber wieder was für ein super spannendes und lohnenswertes Land Mosambique ist. Danke auch dafür! 🙂
      Liebe Grüße!