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Ein besonderes Erlebnis: Überland Reisen

Die Welt außerhalb der großen Städte Äthiopiens überrascht im ersten Moment viele. Das ganze Land scheint voll und in Bewegung zu sein. Entlang der Landstraßen wird man Kinder sehen, die auf dem Weg zur Schule die Hauptstraßen entlang laufen, Bauern, die mit ihren Waren zum nächsten Markt unterwegs sind, riesige Viehherden. Doch vor allem werden einen die Landschaften staunen lassen: Das Hochland bieten immer wieder aufs neue wunderbare Aussichten.

Aus diesem Grund finde ich es so schade, dass bei vielen organisierten Rundreisen die einzelnen Highlights großteils mit dem Flugzeug angesteuert werden. Zusätzlich habe ich schon häufig in Berichten gelesen, dass man sich nur sehr schwer individuell in dem Land bewegen kann. Das ist allerdings nur der Fall, wenn man nicht weiß, wie es geht. Denn im Grunde genommen erreicht man fast alle Ecken mehr oder weniger komfortabel und problemlos, wenn man sich ein bisschen mit dem Reisesystem auskennt. 😉 Deswegen habe ich hier meine persönlichen Tipps und Erfahrungen zusammengestellt:

Minibusse und Public Busses

In Äthiopien wird traditionell viel gereist: Jede größere Ortschaft wird mit öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren und es gibt in jeder Stadt einen Busbahnhof (amh: Manaria), der morgens um 5 Uhr öffnet und an dem die Busse dann spätestens eine Stunde später abfahren. Und das bedeutet, dass man auch um 5 Uhr am Minibusbahnhof stehen muss, sonst könnte es schwierig werden, einen Bus zu bekommen. Die weitesten Distanzen der Busrouten betragen 12 Stunden, deswegen starten die  Busse alle schon so früh. Sie wollen vor dem Einbruch der Dunkelheit ihr Ziel erreichen. Tickets müssen nicht im Voraus gekauft werden. Man geht einfach an den Busbahnhof, die Fahrer rufen ihre Routen bzw. Zielstädte auf und man sucht sich seinen passenden Bus. 😉 Das kann irre chaotisch und anstrengend sein und man sollte sich auch nicht von irgendwelchen Brokern helfen lassen, dann ist der Fahrpreis nämlich auf einmal doppelt so hoch.

Die meisten Routen werden von Minibussen bedient. Wenn man in einen Minibus steigt sollte man sich Folgendem bewusst sein: Es handelt sich dabei um die schnellste Verbindung  (weil die Minibusfahrer wie die Wahnsinnigen fahren), es ist extrem gefährlich, da aufgrund von schlechter Wartung und der abartigen Fahrweise ständig Unfälle passieren und es ist sehr eng. In einem Minibus sitzen locker fünfzehn bis zwanzig Leute (wenn nicht mehr) und man fährt dann stundenlang eingequetscht. Wenn das alles kein Problem ist, kann man mit den Minibussen super reisen. 😉 Ich persönlich hatte zum Beispiel überhaupt keine Probleme damit. Mein Tipp: In der Nacht davor Durchmachen, dann kann man während der Fahrt schlafen à la “Augen zu und durch”. 😉 Wenn man das alles aber nicht ausblenden kann, zwei Meter groß ist und bei der rasanten Fahrweise alle paar Meter kurz vor dem Herzstillstand steht, könnte das Reisen mit den Minibussen seeeehr anstrengend werden.

Einige Routen werden auch von den großen Public Busses gefahren. Diese Busse sind super ranzig, aber alle haben einen eigenen Sitzplatz und ich hab nie erlebt, dass  ich mehr zahlen musste als meine äthiopischen Mitfahrer. Die Busse sind ein bisschen langsamer als die Minibusse und fahren leider nicht alle Routen ab. Vor allen in gebirgigen Gegenden tun sie sich auf den steilen Kurvenstraßen eher schwer. Eine schlechte Alternative sind sie aber definitiv nicht.

Selam Bus/ Sky Bus

Wem das alles ein bisschen zu nervenaufreibend ist, kann für die Fahrten in die großen Städte auf Selam Bus oder Sky Bus umsteigen. Die beiden Busunternehmen haben sich in den letzten Jahren etabliert, bieten einen ähnlichen Reisekomfort wie gewohnte Reisebusse aus Europa und die Unfallquote liegt nahe bei Null. Die Tickets muss man mit ein paar Tagen Vorlauf in den jeweiligen Offices der Busunternehmen kaufen, die Busse sind sehr beliebt und eigentlich immer ausgebucht. Beide Offices sind in Addis am Meskelsqare (Minibusstation “Stadium”), gegenüber der Tribünen. Am Meskelsquare fahren die Busse dann auch morgens um 6 Uhr ab. Bedient werden u.a. folgende Routen: Addis- Debre Markos- Bahir Dar; Addis -Dessie- Mekelle; Addis- Dire Dawa- Harar.

Addis verlassen

Eine der größten Herausforderungen ist es wohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln Addis zu verlassen. Addis hat drei (oder vier) Busbahnhöfe, die alle unterschiedliche Himmelsrichtungen abdecken. Selbst wenn man weiß, wo sich die Bahnhöfe befinden, fahren morgens noch keine öffentliche Verkehrsmittel und es ist absolut davon abzuraten, die Strecken zu laufen! In anderen Städten mag das kein Problem sein, aber Addis ist zu groß und auch wenn es recht wenig Kriminalität gibt, kann doch immer etwas passieren. Am besten ist es sich ein Taxi zu organisieren (z.B. über das Hotel), das einen dann zu dem jeweiligen Busbahnhof fährt bzw. im Falle von Selam/Sky Bus zum Meskelsquare.

Mit dem Flugzeug unterwegs

Ethopian Airlines ist eine der führenden Fluglinien auf dem afrikanischen Kontinent und fliegt auch innerhalb von Äthiopien alle größeren Städte an. Die Tickets würde ich auf keinen Fall von Deutschland aus buchen, sondern einfach in dem Ethiopian Airlines Office, das es in jeder Stadt, die auch einen Flughafen hat, gibt. Die Flüge für die Locals liegen bei umgerechnet 40 Euro, als Ausländer muss man angeblich mittlerweile den fast dreifachen Preis zahlen. Man kann sich also überlegen, ob einem das Wert ist oder ob man lieber zehn Stunden Bus fährt. Die Flughäfen sind meistens ein Stückchen außerhalb der Städte (außer in Addis) und normale Minibuslinen fahren in der Regel nicht dort hin, man muss sich also ein Taxi oder Contract-Bajaj nehmen.

Privater Mietwagen

In Äthiopien darf man nur mit einen äthiopischen Führerschein fahren (nicht einmal mit einem internationalen), das heißt es ist nur möglich einen Wagen mit Fahrer zu mieten. Das ist natürlich dann auch entsprechend teuer, gibt einem aber natürlich die Möglichkeit Ziele zu erreichen, die von öffentlichen Verkehrsmittel nur selten oder gar nicht angefahren werden.

Ein paar Eindrücke:

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Abseits der asphaltierten Hauptstraßen im Norden Äthiopiens

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Felder im Hochland

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Typische Ortsdurchfahrt auf dem Weg von Addis Abeba nach Bahir Dar

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Felsformationen im Norden Äthiopiens

Ein paar weitere Eindrücke zum Überlandreisen und den Landschaften im Hochland findest du hier. 

Dieser Beitrag gehört zu einer Reihe von praktischen Reisetipps zu Äthiopien. Ebenfalls interessieren könnten dich diese Beiträge:

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