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Namibia: Andere Eindrücke

In den letzten Wochen bin ich im Internet vermehrt auf Berichte zu Namibia gestoßen, wobei die Beiträge bestimmt nicht schlagartig mehr geworden sind, sondern ich einfach offenbar eine selektivere Wahrnehmung hatte. 😉 Die Berichte glichen sich alle in ihrer Darstellung: Zu sehen waren immer riesige Sanddünen in leuchtenden Farben, Reisende, die bei Actionsportarten wie Skydiving oder Quatfahren gefilmt wurden, Sternenhimmel, beeindruckende Landschaften, erschreckend häufig die ach-so-berührende Begegnung den “ursprünglichen” Himba mit in einem Dorf und – natürlich – Eindrücke von diversen Safaris.

Alle Berichte hatten zusätzlich zwei Aspekte gemein: Erstens verkauften sie dieses Land wirklich unglaublich ansprechend und zweitens stimmten sie teils nur ansatzweise, teils gar nicht mit meinen persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen zu Namibia überein.

Wenn ich Berichte zu Namibia sehe,

finde ich meine Erlebnisse und Eindrücke kaum wieder, manchmal kommt es mir vor, als würde über ein anderes Land berichtet werden. Ich gebe zu, ich bin gerade einmal eine Woche durch Namibia gereist, was eine sehr kurze Zeit für so ein weitläufiges Land ist. Ich war “nur” im Etosha Nationalpark ,in Swakpomund und Windhoek und habe damit beliebte Ziele wie Sossusvlei und Keetmanskoop nie gesucht. Dennoch habe ich über 2000 Kilometer auf Namibias Straßen zurückgelegt und auf diese Weise viele Eindrücke zu dem Land gesammelt.

Das Namibia, das ich gesehen habe, war ein leeres, weites und trockenes Land. Die Überlandstraßen zogen sich fast kerzengerade durch die meist flache, teils hügelige Landschaft. An beiden Seiten der Highways waren unendliche Zäune, die die riesigen Farmen der Großgrundbesitzer begrenzten, ab und zu kam eine Abfahrt mit Hinweisschild: “XY Lodge/Range, 12 km”. Ab und zu kreuzte ein Warzenschwein die Fahrbahn.

Möglicherweise finden andere Reisende in dieser Landschaft einen gewissen Reiz oder die kargen Kilometer zwischen den Highlights werden durch eben diese überstrahlt. Auf jeden Fall sind das Teile des Landes, die ich in der Form, in der ich sie wahrgenommen habe, nie in den Berichten gesehen habe. Aus diesem Grund habe ich diesen Beitrag geschrieben: Ich möchte das Namibia zeigen, das ich in dieser Woche gesehen habe, das Namibia, das man normalerweise nicht so häufig sieht.

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Dieses Bild enstand kurz vor der Atlantikküste. Bei dem vermeintlichem Wasser handelt es sich trotzdem nicht um den Ozean, sondern um eine Fatamorgana, das Land war staubtrocken.

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Ein auf Grund gelaufener Kutter an einem der ewigen, leeren Strände der Atlantikküste, etwa anderthalb Stunden nördlich von Swakopmund.

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Riesige, gesichtslose Vororte bei Walvis Bay.

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Eine der landschaftlich schönsten Aufnahmen, enstanden auf dem Weg zwischen Ethosa und Swakopmund.

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Küstenstraße am Atlantik zwischen Swakopmund und Walvis Bay.

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Ich habe selten Aufnahmen aus Windhoek gesehen und ich auch habe nur dieses eine Bild gemacht. So wirklich fotogen ist die Stadt auch nicht 😛

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Hügellandschaft auf dem Weg von Swakopmund zurück nach Windhoek.

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Typisches Bild aus der Windschutzscheibe: Kerzengerade Straßen, weites Land.

Namibia  hat auch all das zu bieten, was in den oben angesprochenen Beiträgen andere Reisende begeistert. Mit diesem Beitrag möchte ich nur das zeigen, was ich dazwischen gesehen habe. Ob es einen anspricht, muss jede/r für sich selbst entscheiden. 😉

Was waren deine Eindrücke von Namibia außerhalb der bekannten Highlights?


Du möchtest auch auf eigene Faust durchs südliche Afrika reisen? In den folgenden beiden Beiträgen habe ich mein praktisches Reisewissen zusammengefasst:

Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps I

Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps II



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4 People Replies to “Namibia: Andere Eindrücke”

  1. Hallo Chrissy,
    vielen Dank für deinen Beitrag abseits der Touristenpfade! 🙂 Ich hab fast zwei Wochen in Namibia verbracht (was auch nicht viel ist) und schreib natürlich auf meinem Blog auch über die von dir genannten Highlights. Aber ich muss sagen, dass ich die Fahrten auf den leeren Straßen total schön fand. Ich bin einer dieser Menschen die auch das karge und weitläufige mögen. Ich mag es eher abgeschieden und menschenleer. Natürlich hab ich auch die eingezäunten Farmen gesehen aber das ist auch nicht im ganzen Land der Fall. Ich mag einfach auch Länder die nicht so übersiedelt sind. 🙂 Liebe Grüße, Sonja

    1. Hallo Sonja, vielen Dank für deine Eindrücke! 🙂 Es stimmt: Gerade in der Leere der Landschaft finden viele Reisende den Reiz. Und die weiten Ebenen und Straßen haben ja auch ihre ganze eigene Stimmung, das ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes an Namibia. Ich wollte einfach mal in dem Beitrag andere Bilder zeigen, Bilder, die zwischen Schönheit und karger Leere schwanken. Jede/r soll selbst entscheiden, ob es ihr/ihm zusagt oder nicht 😉
      Liebe Grüße,
      Chrissy

      1. Ich weiss Chrissy 🙂 Und das ist auch gut das du darüber schreibst! Ich lese lieber Blogs wie deinen, der auch mal hinter die Kulissen schaut. Weiter so! Liebe Grüße Sonja

        1. Voll gut, dann passt ja alles! 🙂 Danke für dein positives Feedback, freut mich sehr! An der Stelle kann ich deinen Kommentar nur eins zu eins zurückgeben, finde deinen Blog auch echt super! 🙂 Liebe Grüße, Chrissy