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Eine längst vergessene Hochkultur: Axum

Spricht man von “Axum” können die wenigsten etwas damit anfangen. Nur eine handvoll Reisende und einige Geschichtsnerds wissen, wie viel tatsächlich hinter diesem Namen steckt. Axum ist das Zentrum des ehemaligen Axumitischen Reiches, einer Hochkultur und eines Staates, der bis in den heutigen Sudan und Jemen reichte und Handelswege bis nach Indien hatte. Heute ist Axum neben Lalibela und Gondar in  historischer und religiöser Hinsicht einer der wichtigsten Orte des Landes.

Zu den Überresten des Reiches gehört der Stelenpark im Nordwesten der Stadt. Auf den Titelbild dieses Beitrags ist die größte Stele zu sehen, die jedoch leider zusammengebrochen ist. Die meisten der anderen Stelen sind jedoch noch gut erhalten und markieren die Gräber ehemaliger Ehrenbürger und wichtigsten Vertreter der Stadt.

Direkt an dem Stelenfeld ist ein archäologisches  Museum angeschlossen, in dem viele Fundstücke der damaligen Kultur ausgestellt sind.

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Das Stelenfeld vom Axum

Die Königin von Saba, von der die meisten vermutlich aus dem Alten Testament schon einmal gehört haben, soll der Legende nach in Axum regiert haben. Heute zeugt davon unter anderem ihr “Bad”, das nur ein paar Gehminuten von  dem Stelenfeld entfernt ist.

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Die Überreste des Bades der Königin vom Saba

Der Sohn der Königin von Saba soll außerdem die Bundeslade nach Äthiopien gebracht haben. Angeblich steht sie in einer kleinen Gebäude auf dem Kirchengelände beim Stelenfeld, das selbstverständlich nicht betreten werden darf. Frauen dürfen sich nicht einmal dem Gebäude nähern. Es gibt einen Priester, der die Bundeslade bewacht und sobald dieser den Raum betreten hat, muss er für immer dort bleiben. Er darf den Raum nicht mehr verlassen und keinen Kontakt nach außen haben, bis er stirbt und ein neuer Priester diese Aufgabe übernimmt. Deswegen weiß niemand so genau, ob die Bundeslade tatsächlich in Axum steht oder ob es sich nur um eine Legende handelt. Viele Gläubige und teilweise Historiker halten es jedoch für durchaus möglich.

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Eine der Kirchen auf dem Kirchengelände bei dem Stelenfeld

Historisch gesehen ist Axum einer der interessantesten Orte Äthiopiens, tatsächlich fand ich ihn persönlich jedoch nicht so ansprechend. Ich bin jedoch auch nicht allzu geschichtsaffin und das Stadtbild bietet für meinen Geschmack nicht so viel. Ich kenne jedoch genug Reisende, die von Axum begeistert waren.

Wie erreiche ich Axum?

Man kann Axum entweder mit dem Flugzeug von Addis aus oder über zwei Hauptrouten erreichen. Die eine führt über Woldiya-Mekelle und ist gut ausgebaut, führt jedoch durch die karken Landschaften Tigrays und kann sich wirklich ziehen. 😛 Die andere Route geht über Debark-Shire und ist absolut nicht empfehlenswert! (Egal was der Reiseführer “ReiseKnowHow” sagt!) Die Straße führt durchs Gebirge und ist nicht asphaltiert (Stand 2013), das heißt, es dauert Ewigkeiten und es ist wahnsinnig unkomfortabel (noch unkomfortabler als die Busreisen sowieso schon sind) die Strecke zu befahren. Ich dachte mir damals, dass wir niemals ankommen werden. Die Straße soll asphaltiert werden, aber bis dahin würde ich davon abraten.



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