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Reisen in Kambodscha

Als ich in Südostasien ankam, waren es nicht die Länder, die Menschen, die Kultur oder die Sprache, an die ich mich gewöhnen musste, sondern die Mentalität der anderen Backpacker. In allen Ortschaften, die von Touristen in einem ausreichenden Maß angesteuert werden, gibt es an jeder zweiten Ecke eine Travelagency, bei der man eine Busverbindung buchen kann. Man wird dann morgens mit dem TukTuk vom Hostel abgeholt, das einen zum richtigen Bus bringt. Dieses System ist bequem und für mich irgendwie irritierend. Ich hatte keine Lust über organisierte Busfahrten durch das Land zu reisen, sondern ich wollte mich selbstständig bewegen. Vermutlich definieren alle das ein bisschen anders, aber bei mir gehört auf jeden Fall dazu, dass ich mir selbst meinen Bus aussuche und den Preis verhandel. Sonst kann ich gleich eine organisierte Komplettreise buchen.

Vor allem in den ersten Tagen…

habe ich alle möglichen anderen Reisenden, die teilweise schon seit mehreren Monaten in Südostasien unterwegs waren, gefragt, ob es nicht die Möglichkeiten gibt ohne Travelagencies zu reisen bzw. ob sie wissen, wie man die Busbahnhöfe in den Städten ausfindig macht (es stand all zu oft nicht im Lonely Planet). In den meisten Fällen wurde ich groß angeschaut und mir wurde erklärt, dass man nur über Travelagencies reisen kann. Auf meine Gegenfrage, wie sie sich vorstellen, wie denn dann die Locals reisen, konnten die meisten nichts sagen… Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich von diesen touristischen Strukturen zu lösen und mit den Kambodschanern zu reisen- Ich saß in überfüllten und ranzigen Minibussen, aber so reist man nun einmal in diesem Land.

Ich persönlich habe mich in den Bussen voll mit anderen Touristen nicht wohlgefühlt

– es kam mir ehr vor wie eine Kaffeefahrt. Mir ist aber auch durchaus bewusst, dass das Umgehen dieser Strukturen extrem viel Zeit und Kraft kostet. Man muss die Busbahnhöfe überhaupt finden, sich Verbindungen überlegen, Preise verhandeln, sich mit drei anderen Leuten eine Sitzreihe teilen,  es ist statistisch gesehen gefährlicher, da mehr Unfälle passieren und an den Grenzübergängen kann man angeblich Probleme bekommen. Trotzdem werde ich diese Art von Reise immer vorziehen, wenn es irgendwie möglich ist- Man ist viel näher an dem Land und den Leuten und es macht mir einfach auch mehr Spaß. 😀 Das Titelbild habe ich in einem Bus von Sihanoukville nach Kep (Rabbit Island) gemacht- es waren 35 Leute in diesem Minibus, es saßen fünf Leute in einer Reihe, Kinder auf dem Schoß, zwei Leute auf dem Fahrersitz und vier auf dem Anbau am Kofferraum, wo das Gepäck eigentlich befestigt ist. Komfort ist was anderes- aber so reisen viele Kambodschaner nun einmal. 😉                                                                              Ganz durchstiegen habe ich das lokale Bussystem jedoch nicht, in manchen Städten war ich dann auf die Travelagencies angewiesen- die touristischen Strukturen ist schon sehr dominant.

Wenn das Reisen in den lokalen Bussen nichts für einen ist….

kann man in Kambodscha jede größere Ortschaft mit  einen Bus, der von einer Travelagency organisiert wird, erreichen. Das ist super einfach, bequem und es gibt Nachtbusse. Ich habe aber festgestellt, dass organisierte Reisen  in einigen Fällen teurer sind. Das gilt vor allem wenn man sich mit Travelagencies über die Ländergrenzen bringen lässt. Am Grenzübergang zwischen Thailand nach Kambodscha (Poipet) habe ich fast nur Backpacker getroffen, die die Grenze organisiert passiert haben. Dafür haben sie für ihr Visum auch 15 USD mehr gezahlt (und haben sich gewundert/aufgeregt, als sie hörten, wie viel wir gezahlt haben…). Einfacher ist es aber auf jeden Fall, man muss halt seine Prioritäten ausloten. Auf jeden Fall hat man in Kambodscha die Wahl. 🙂



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