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Lusaka und auf den Straßen Sambias

Gerade einmal eine Nacht habe ich in Lusaka verbracht und man sollte meinen, dass dies nicht einmal ansatzweise genug Stoff bietet, um einen eigenen Beitrag darüber zu schreiben. Tatsächlich habe ich in den zwei Tagen hier nicht allzuviel erlebt, dafür aber viele Eindrücke gesammelt. In Sambia scheinen die Gegensätze zwischen Reich und Arm deutlicher, als irgendeinem anderen Land, in dem ich bisher war. Ich hatte gerade erst die Grenze überquert, saß am Busbahnhof und laß Zeitung (die übrigens Regierungskritisch war, über die Flüchtlingskrise in Europa berichtete und aufstrebende sambische Modedesigner vorstellte), als ich eine Bank die Straße runter entdeckte.

Da ich ja Geld brauchte, tappte ich die paar Meter zu der Bank und stellte mich in der ewig langen Schlange vor dem ATM an. Und in dieser tristen, trockenen Grenzstadt, in der Schlange, die sich keinen Meter vorwärts bewegte, stand eine Sambianerin in einerm schicken gelben Kleid, roten Highheels, dazu passender Tasche, Sonnenbrille und Hut und tippte auf ihrem strahlend weißen iPad herum. Ich schaute an mit herunter und auf den gammeligen Pullover, die verfleckte Hose und die sechs Jahre alten Turnschuhe und kam mir vor, wie der letzte Mensch auf dieser Welt. Dabei ähnelte die Umgebung in der wir uns befanden eher mir als ihr, ich wurde geschluckt, sie strahlte und ich fragte mich, wie sie es schaffte,so verdammt sauber und chic zu bleiben.

In Lusaka kam ich in einem ganz netten Hostel unter,…

dass zu meiner Verwirrung jedoch so gut wie leer war 😛 Genauso wie die anderen zwei oder drei Hostels in Lusaka befand sich auch dieses im einem der “besseren” Viertel, dort wo alle NGOs, Companies, o.Ä. ihren Sitz hatten. Morgens war ich auf der Suche nach einer Bude, in der ich etwas billiges zu Essen bekommen konnte und mir kamen Geschäftsleute entgegen, alle wahnsinnig schick mit Hemd, Aktenkoffer und akribisch geputzten Schuhen. Eine Bude fand ich nicht, dafür war ich im falschen Viertel, aber Obstverkäufer gab es an der Straße, die einfachen Leute, die ihre Bananen für ein paar Cent verkaufen.

Nachmittags besorgte ich mir eine sambische Sim Karte und fragte mich auf der Straßen nach einem Laden der Sim Karten verkauft durch. Mit dem Verkäufer unterhielt ich mich noch ein bisschen und er half mir die richtigen Minibus Linien in die Innenstadt  und zurück zu finden. Also fuhr ich ins Zentrum und wirklich, Lusaka ist definitiv eine der hässlichsten Städte in denen ich je war! Deswegen gibt es zu diesem Beitrag auch keine Bilder- Ich hielt es nicht für nötig die Gebäude, die an Plattenbauten der Sowjetsunion erinnerten, zu fotografieren. Deswegen blieb ich auch nur eine Nacht in Lusaka, ich hatte wirklich keine Ahnung, was ich noch in der Stadt zu suchen hatte. Am nächsten Tag machte ich mich gemeinsam mit einem Amerikaner auf nach Livingstone. Dort blieb ich dann auch für vier Nächte, aber dazu mehr in meinem nächsten Beitrag 😉

Aber eins muss ich noch loswerden:

Auf der siebenstündigen Fahrt nach Livingstone machten wir auf der Hälfte eine Pause in einem staubigen, heruntergekommen Örtchen. Ich musste auf die Toilette und bereitete mich unterbewusst schon einmal mental darauf vor, die nächste ranzige Busterminal Toilette benutzen zu müssen. Als ich in das Toilettenhäuschen einbog kam mir gedämpftes blaues Licht entgegen, ich bog ab und stand in einem Toilettenraum, der dem eines Fünf-Sterne-Hotel in nichts nachstand. Ich blieb erstmal stehen und glotzte mit halb offenem Mund- oder zumindest glaube ich das, weil die Sambianerinnen mich ganz komisch anschauten, während sie im Spiegel ihre Haare richteten.


Du möchtest auch auf eigene Faust durchs südliche Afrika reisen? In den folgenden beiden Beiträgen habe ich mein praktisches Reisewissen zusammengefasst:

Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps I

Von Tansania bis Südafrika- Meine persönlichen Reisetipps II

 



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