Der Weg vom einfachen Besuch zu einer Rundreise

Reiseplanungen unterliegen immer einem Prozess. Je nachdem, wie viele Eckpunkte man im Voraus festlegt, kann sich die Bewegung noch während der Reise verändern. Setzt man davor schon einen festeren Rahmen, finden die meisten Überlegungen vorgreifend statt: ‚Wann möchte ich mit wem wo hin und welche Fortbewegungsmittel taugen mir/ uns dafür? Und wann muss ich alles buchen?‘ In Europa entscheidet man sich aus Kostengründen sehr häufig für diese zweite Variante, von einem Tag zum nächsten zu planen kann vor allem bei Städtereisen ziemlich teuer werden. Die konkrete Reisegestaltung findet also viel früher in unseren Köpfen statt und mit den frei wandelden Gedanken kann sich bei diesen Überlegungen auch noch einiges ändern. ;)

So ging es mir, als ich meinen Urlaub für die letzten Semesterferien plante. Ich musste noch relativ lange auf Prüfungen lernen, hatte mir aber fest vorgenommen danach eine Freundin in Valencia zu besuchen. Eigentlich stellt so ein Urlaub keine organisatorische Herausforderung da, ich konnte sicher bei ihr wohnen und Flüge sind ja auch schnell gebucht. Aber ich hatte mir ja vorgenommen, wenn möglich nicht mehr zu fliegen und suchte deswegen nach alternativen Möglichkeiten Valencia zu erreichen. Innerhalb von Spanien gibt es ein gut ausgebautes Fernbusnetz, sodass die größte Herausforderung darin bestand, erst einmal möglichst günstig und ohne 30 Stunden Busfahrt  in Spanien anzukommen. Daraus entwickelte sich letztlich eine großartige zweiwöchige Rundreise durch Frankreich und Spanien.

Valencia

Valencia war der eigentliche Grund meines Urlaubs und natürlich hatte ich dort auch am meisten Zeit eingeplant. Da ich nicht nur zwei Tage als Touri in der Stadt unterwegs war, sondern eine Freundin besuchte, die ein halbes Jahr an der Uni dort studierte, bekam ich  sowohl Einblicke in das alltägliche Leben als auch in die Sehenswürdigkeiten Valencias. :)

Teil des ‚Ciutat de les Arts i les Ciències‘, einem der berühmtesten Wahrzeichen Valencias

Beeindruckende Altbauten in der Innenstadt

Blick von der Kathedrale Richtung Meer

 

Valencianische Paella :)

 

Ausflug nach Alicante

Alicante ist eine schöne, mittelgroße Hafenstadt, die etwa drei Stunden südlich von Valencia liegt und damit alle Bedingungen für einen Kurztrip erfüllt. Wir hatten eine Übernachtung eingeplant, um uns die Stadt ganz entspannt anschauen zu können. Alicantes Stadtzentrum ist relativ klein und grenzt direkt an die Hafenpromenade. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist die Burg, die über der Stadt thront, und von der aus man einen großartigen Blick auf das Umland hat.

Blick von der Burg auf das Stadtzentrum

 

Barcelona

Als ich mich über Rückreisemöglichkeiten Richtung Deutschland informierte, blieb ich zwangsläufig an Barcelona als Dreh- und Angelpunkt hängen: Von dort aus gab es mehrere Verbindungen nach Frankreich oder direkt nach Deutschland. Da ich tatsächlich noch nie in Barcelona war, baute ich die Stadt natürlich gerne in meine Reise ein. Meine Freundin aus Valencia wollte sich auch anschließen und so beschlossen wir ein Wochenende in der Stadt zu verbringen. Leider hatten wir ziemliches Pech mit dem Wetter: Es regnete fast die kompletten drei Tage, sodass ich letztlich  fast nichts von der Stadt  sehen (und gleichzeitig auch genießen) konnte. Da meine jetztige Mitbewohnerin in Deutschland im Herbst jedoch nach Barcelona geht, wird das alles nachgeholt. ;)

Lyon

Von Barcelona aus gab es eine direkte Busverbindung nach Lyon, wo ich meine Mitbewohnerin aus Kapstadt besuchen wollte. Ehrlich gesagt hatte ich mir im Voraus nicht viele Gedanken zu der Stadt gemacht, ich wollte vor allem meine Mitbewohnerin wiedersehen und konnte gleichzeitig den Weg zurück nach Deutschland perfekt in zwei gleich große Abschnitte teilen. Ich hatte wirklich keine hohen Erwartungen an die Stadt und wie das ja häufig der Fall, ist wird man gerade dann am meisten überrascht.

Lyon ist wunderschön, die komplette Innenstadt ist durch prunkvolle Altbauten und  Plätze mit schöne Restaurants gekennzeichnet. Zwei Flüsse fließen durch Lyon, die Rotten und die Saône und laufen erst am südlichen Stadtrand zusammen. Die schönen Plätze am Wasser und die vielen Brücken, die vor allem bei Nacht durch die Beleuchtungen zur Wirkung kommen, tragen alle zusätzlich zu diesem wunderbaren Stadtbild und -gefühl bei. :)

Lyons Altstadt zeichnet sich durch Altbauten und schöne Plätze aus

Altbauten an der Saone

Der ‚Parc de la tete d’or‘ ist ein wunderschöner, riesiger Park mitten in Lyon und eines meiner persönlichen Highlights

Von Lyon aus nahm ich den Bus zurück nach Deutschland und rückblickend kann ich sagen, dass diese drei Tage noch der perfekte Abschluss meiner Rundreise waren und ich sehr froh bin, mich auf das ‚Entwickeln‘ von alternativen Reisewegen entschieden zu haben. Sonst hätte ich ziemlich sicher einige großarige Orte nicht besucht.


Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Reiseroute: Die Strecke ist in gelb eingezeichnet, die Stopps sind orange markiert. Von Stuttgart bis San Sebastian in Nordspanien bin ich mit der Mitfahrgelegenheit gefahren, die restliche Strecke komplett mit Bussen. 

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